Mittwoch, 25. März 2009

Was ist was?

Wer etwas intensiver die Debatte um Systemtheorie und auch Netzwerktheorie verfolgt, dem fällt sicherlich auf, dass es zunehmend Versuche gibt, eine Annäherung dieser beiden Theorien zu erreichen.
Die Fragen sind unter anderem, ob die Netzwerktheorie dort weiterhelfen kann, wo Luhmann seine Theorie eventuell noch nicht so intensiv ausgearbeitet hat, wie bspw. beim Theoriestück der strukturellen Kopplung.
Ich möchte die Diskussion an dieser Stelle gar nicht weiter kommentieren, sondern ein "Fundstück" zeigen, dass ich kürzlich per E-Mail erhalten habe. Es geht um zwei Zitate, eines von Stephan Fuchs, ein anderes aus einer englischen Übersetzung eines Luhmann-Werkes:
Networks are systems of relations (Stephan Fuchs)
Systems are networks of relations (Luhmann)
So einfach ist das.

Kommentare:

Filterraum hat gesagt…

Danke für die Links, werd ich mal unter die Lupe nehmen.

Wie sieht es denn in der Diskussion mit Kybernetik aus?

Ich dachte eigentlich, durch die momentane Weltsituation würde es offensichtlich, dass die Systeme Wirtschaft, Politik, Recht ect. nicht autopoietisch sind.

Die strukturelle Kopplung erscheint mir bis jetzt als ein Hilfskonstrukt, aber das hatten wir ja schon mal besprochen.

Vielleicht bringen deine Links mir da mehr Einsicht.

Auf jeden Fall schön wieder was von dir zu lesen ;-).

LG

Filterraum hat gesagt…

Daniel, die Links funzen nicht...

Filterraum hat gesagt…

Ok, ich habs glaub ich gepeilt.
Das sind Zitate, keine Links.

Filterraum=N00b

Filterraum hat gesagt…

Oruborus
http://tinyurl.com/cgr6hx

Filterraum hat gesagt…

Uroboros (Korrektur)
http://tinyurl.com/dzegju

Daniel hat gesagt…

Ich sollte mal die E-Mail-Benachrichtigung überprüfen, denn ich lese deine Antworten erst jetzt! :-/

So offensichtlich ist es meiner Meinung nach nicht, dass die Systeme nicht autopoietisch geschlossen sind.

Die Netzwerktheorie ist stellenweise auch ein bisschen "unscharf" im Theoriegebilde, ist mein Eindruck. Ich vermute schon, dass man sehr gut mit struktureller Kopplung arbeiten kann.

Die grundlegende Frage ist aber, so meine ich: optiert man für Systemtheorie? Dann bleiben einem die autopoietisch geschlossenen Systeme erhalten. Oder optiert man für Formtheorie, basierend auf Systemtheorie (siehe Baecker)? Dann hätte man die "Geschlossenheit" nicht durch Autopoiesis, sondern durch Eigenwerte, die sich jede Form durch den laufenden rekursiven Selbstbezug erarbeitet. Oder wählt man Netzwerktheorie? Dann aber stellt sich die Frage nach der Geschlossenheit nicht oder ganz anders. Aber hier habe ich mich noch nicht ausreichend in die Netzwerktheorie eingelesen...

Filterraum hat gesagt…

hehe, und ich dachte schon "was ist los mit daniel?"

Interessant find ich die momentane diskussion bei Wikipedia zum Thema "System":
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:System

Übrigens:
Ich vermisse echt twitter.com/strengejacke

:-)

Daniel hat gesagt…

Twitter ist mir ehrlich gesagt zu unübersichtlich und lenkt zu sehr ab. Man braucht einfach zu viel Zeit, um brauchbare Informationen aus Twitter zu beziehen. Ich hab den Sinn hinter Twitter und die Brauchbarkeit für mich noch nicht entdecken können. ;-)